Das Konzept des SSM zur Innenstadtsanierung

Historische Aufnahme der Marbacher Marktstraße

Umfassend, unverwechselbar, flexibel und naturnah

Der SSM stellte sein Konzept zur Marbacher Innenstadtsanierung vor

Marbach am Neckar – Im Oktober forderte der Stadtmarketingverein Schillerstadt Marbach (SSM) erfolgreich Mitspracherecht bei der Innenstadtsanierung. Am 2. November stellten Vorstandsmitglieder ihre Vorschläge vor Vertreter*innen der Stadtverwaltung, des Gemeinderats sowie des beauftragten Planungsbüros im Rathaus vor.

Vier große Hauptthemen stellt der SSM heraus:

  1. die Einbeziehung der gesamten Stadt durch ein umfassendes Leitsystem;
  2. die Gestaltung der Fußgängerzone im Sinn eines typischen, unverwechselbaren Marbach-Profils;
  3. eine flexible Flächennutzung, die zum Verweilen einlädt,
  4. und die Begrünung der Fußgängerzone.

Im Oktober hatte der Vorstand des Vereins Stadtmarketing Schillerstadt Marbach e.V. (SSM) schriftlich bei Bürgermeister Trost und den Mitgliedern des Gemeinderats um Mitspracherecht bei der Innenstadtsanierung der Schillerstadt gebeten und dieses auch erhalten. Vier Wochen bekam der SSM, um seine Ideen Vertreter*innen der Stadt Marbach, der Fraktionen und dem beauftragten Planungsbüro Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH vorzustellen. Am 2. November war es soweit. 33 Seiten umfasst die Präsentation, die unter anderem von der neu in den Vorstand gewählten freien Architektin Nicole Schmidt ausgearbeitet wurde.

Ein umfassendes Leitsystem

Dass eine gute Beschilderung die neu gestaltete Fußgängerzone mit der übrigen Stadt verbinden soll, gehört für den Verein zu den wesentlichen Forderungen. Um etwaige Planungsfehler auszuschließen, sei es notwendig, die Standorte eines solchen Leitsystems möglichst früh festzulegen. Dem stimmt auch der Architekt Christof Weigel entschieden zu, allerdings hat seine Firma von der Stadt keinen Auftrag dafür erhalten. Diese Beschilderung müsse sich in das einheitliche Erscheinungsbild einfügen, das der SSM für die Sanierung der Innenstadt fordert.

Ein typisch unverwechselbares Marbach-Profil

Immer wieder streichen konzeptionelle Überlegungen, darunter die für das neue Marken- und Tourismuskonzept, heraus, dass Marbach ein Ort der Kultur und des Weins sei. Dies müsse sich in der Gestaltung niederschlagen, damit die Stadt ein einzigartiges, unverwechselbares Profil erhalte und die „Marke“ Marbach gestärkt werde. Als roter Faden könnte ein Lesezeichen fungieren, Wein-Lese-Lauben sollten sich als Informations- und Erlebnisplätze über die ganze Stadt verteilen. Für die Möblierung wünscht sich der SSM die Ausschreibung eines Marbach-Stuhls und mobile Sitzgelegenheiten, die auch der Gastronomie zur Verfügung gestellt werden sollen.

Eine flexible Flächennutzung, die zum Verweilen einlädt

Der SSM freut sich auf den neuen multifunktionalen Rathausplatz, dieser soll verstärkt für kleinere Freiluft-Veranstaltungen mit Überdachungs- und Sitzmöglichkeiten gerüstet werden. Ein Piazza-Feeling soll auch durch den neugestalteten Marktbrunnen entstehen. Dafür möchte der SSM das geplante Wasserfontänenfeld lieber auf dem Kelterplatz sehen, als auf dem von den Architekten ursprünglich geplanten Standort zwischen der Bäckerei Mildenberger und Foto-Beran. Stattdessen schlägt der SSM kleinere Wasserspiele in der Fußgängerzone mit Nutzung der vorhandenen verdolten Leitungen vor, was hervorragend zur neckarnahen Altstadt passen würde.

Begrünung der Fußgängerzone

Ausgesprochen wichtig ist dem SSM auch die Begrünung der Fußgängerzone. Diese würde zum einen ebenfalls die Verweildauer und Attraktivität steigern und zum anderen das Mikroklima in der Stadt verbessern. Christof Weigel stellte sich gegen den Vorschlag, weitere Bäume zu pflanzen, kann sich aber eine Lösung mit mobilem Grün vorstellen, das die Poller ersetzt. Zudem zeigte sich Architektin Nicole Schmidt erstaunt, dass der Belag der Fußgängerzone schon beschlossen sei, gäbe es doch ökologischere und günstigere Alternativen, sowohl in der Materialwahl als auch von der Verlegeart. So könnte die neue Fußgängerzone von Grund auf nachhaltig gebaut werden. Ein weiterer kritischer Punkt, auf dessen Lösung der SSM drängt, ist die Entschärfung der Ausfahrt aus dem Parkhaus der Drogerie Müller, dazu ein ausführlicher Artikel in der Marbacher Zeitung vom 17. November 2020.

Letztlich zeigte sich der Architekt über einige Vorschläge ausgesprochen erfreut, während andere nicht auf seine Zustimmung stießen oder aber eines zusätzlichen Auftrages seitens der Stadt bedürften. Die Änderungen, die beschlossen wurden, werden von ihm nun in den Entwurf eingearbeitet, der dem Gemeinderat am 19. November zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Für Dr. Annette Fiss, Stellvertretende Vorsitzende des SSM, ist ebenso wie für ihre Mitstreiter*innen klar: „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Vorstellungen einbringen konnten, und sind gern bereit, weiterhin an der Neugestaltung der Fußgängerzone und der Innenstadtsanierung mitzuwirken.“ Die Erste Vorsitzende Stefanie Grams ergänzt: „Immerhin vertritt der Verein über 170 Mitglieder, von denen viele unmittelbar oder mittelbar von der Sanierung betroffen sind. Aber auch für die übrigen Marbacher und Marbacherinnen wollen wir die bestmögliche Lösung finden.“

Die Präsentation kann auf der Website der Stadt Marbach unter den Sitzungsvorlagen der Gemeinderatssitzung vom 19.11.2020 eingesehen werden.